Bei der Durchführung von Spruchverfahren arbeiten wir intensiv mit der Verbraucherzentrale für Kapitalanleger e.V. (VzfK) zusammen:

Die Gerichte überprüfen im Spruchverfahren die im Rahmen von kompensationspflichtigen Strukturmaßnahmen angebotene Abfindung und / oder den Ausgleich bzw. das Umtauschverhältnis auf ihre Angemessenheit. Nach § 1 Spruchverfahrensgesetz (Gesetz über das gesellschaftsrechtliche Spruchverfahren – SpruchG) handelt es sich dabei um:

  • Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag, §§ 304, 305 AktG
  • Eingliederung von Aktiengesellschaften, § 320 b AktG
  • Übertragung der Aktien auf den Hauptaktionär
    • aktienrechtlicher Squeeze-out, § 327 b AktG
    • finanzmarktstabilisierungsrechtliche Squeeze-out, § 12 Abs. 4 Finanzmarktstabilisierungsbeschleunigungsgesetzes (FMStBG)
    • verschmelzungsrechtlichen Squeeze-out, § 62 Abs. 5 UmwG
  • Umwandlung von Rechtsträgern, § 15, 29, 34 UmwG
  • Gründung oder Sitzverlegung einer Europäischen Gesellschaft (SE), §§ 6, 7, 9, 11, 12 SEAG
  • Gründung einer Europäischen Genossenschaft (SCE), § 7 SCE-Ausführungsgesetz

Der übernahmerechtliche Squeeze out nach §§ 39, 39 b WpÜG sieht kein Spruchverfahren vor.

Der Bundesgerichtshof hat seine Rechtsprechung zum Delisting geändert. Während die „Macrotron-Entscheidung“  (Urteil vom 25.11.2002 – II ZR 133/01) noch ein Übernahmeangebot mit anschließendem Spruchverfahren vorsah, ist beides nach der „Frosta-Entscheidung“ (Beschluss vom 8. Oktober 2013 – II ZB 26/12) des Bundesgerichtshofs nicht mehr erforderlich.